
Seit März 1995 - 30 Jahre
Poll Umwelt- und Verfahrenstechnik GmbH
Im März 2025 darf die Poll Umwelt- und Verfahrenstechnik GmbH auf 30 Jahre Produkt- und Verfahrensentwicklung im Umweltechnikbereich zurückblicken.
Die Aufgabenstellungen stammten aus einer großen Bandbreite an Wirtschaftszweigen, wie der Stahl- und der chemischen Industrie, der Flugzeug- und Automobilbranche, der Metalloberflächenveredelung, der Milchverarbeitung sowie dem Recyclingsektor, aber ebenso aus den Bereichen kommunale Kläranlagen, Landwirtschaft und Biogasanlagen.
Im industriellen Spektrum lag der Fokus überwiegend auf der Rückgewinnung von Wertstoffen aus Rückständen und Abwässern und dem damit verbundenen Schließen von Kreisläufen und/oder der Integration dieser Stoffe in die Entwicklung neuer Produkte für externe Anwendungen.
Umfangreiche Produkt- sowie Verfahrensentwicklungen finden sich ebenfalls im Kontext der Stickstoffelimination aus industriellen und kommunalen Abwässern sowie aus Gülle und Biogas-Gärresten. Interessant ist hier insbesondere ein spezielles Produkt zur selektiven Ammoniumfällung aus Industrieabwasser, mit der weiteren Verwertung oder Verarbeitung des Fällungsproduktes.
Infolge steigender Entsorgungskosten und zunehmender Wasserverknappung werden die Aufbereitung von Abfällen zur Gewinnung von Wertstoffen sowie die Rückgewinnung von Prozesswasser immer wichtiger. Dies gilt auch für flüssige Abfälle, die der Sonderabfallverbrennung zugeführt werden müssten. Die Rückgewinnung enthaltener Schadstoffe als Wertstoffe bietet eine erhebliche Kosteneinsparung, die Schließung von Kreisläufen, die Rückgewinnung von Prozesswasser und ggf. die Rückgewinnung von thermischer Energie.
In jüngerer Vergangenheit wurden Aufgabenstellungen zu zahlreichen Bachelor- und Masterarbeiten vergeben – in Kooperation mit u. a. der Ruhr-Universität Bochum, der Hochschule Emden-Leer und der Hochschule Ruhr-West. Ebenso wurden Projektarbeiten für angehendende Staatlich geprüfte Maschinenbautechniker ausgegeben und gemeinsam mit u.a. dem TÜV NORD und verschiedenen Berufskollegs betreut.
Seit 2019 werden Seminare zur Industrieabwasserbehandlung angeboten und durchgeführt. Dies erfolgt sowohl über die VDI Wissensforum GmbH (Wertstoffgewinnung und Kostenreduzierung / Verfahren und Verfahrenskombinationen zum Water-Re-Use) als auch in Form auf spezielle Kundenwünsche ausgerichteter Inhouse-Seminare. Die Inhalte werden kontinuierlich auf die jeweils aktuellen Themen, wie z.B. Auswirkungen der kommunalen Abwasserrichtlinie (KARL) auf Industrieunternehmen und Elimination von PFAS, angepasst. Ergänzend zu der Vorstellung geeigneter Verfahren und Verfahrenskombinationen zur Industrieabwasserbehandlung werden in geleiteten Gruppenarbeiten repräsentative Aufgabenstellungen bearbeitet und diskutiert. Darüber hinaus werden umfangreiche Beispiele aus der betrieblichen Praxis mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen erläutert bzw. Verfahrensvergleiche mit Gegenüberstellung der Wirtschaftlichkeit vorgestellt.
Zu den aktuellen Projekten gehören die
selektive Nährstoffrückgewinnung aus Biogas-Gärresten, die Phosphorrückgewinnung aus kommunalem Klärschlamm sowie die Weiterentwicklung unseres Hochspannungssytems ZetaOptimizer. Beim ZetaOptimizer handelt es sich um ein von der Poll
Umwelt- und Verfahrenstechnik entwickeltes Hochspannungssystem zur Optimierung der Schlammentwässerung. Die Entwicklung erfolgte im Rahmen des DBU-geförderten Projekts „ZetaOptimizer - Steigerung der Entwässerung von Klärschlämmen durch ein innovatives Hochspannungssystem bei gleichzeitiger Minimierung des Energieverbrauchs und Reduktion von
Treibhausgasen“. Durch eine mittels eines elektrischen Feldes initiierte Ladungsverschiebung an der Oberfläche der enthaltenen Schlammpartikel können höhere TR-Werte im Austrag der
Schlammentwässerung oder eine Einsparung an polymeren Flockungsmitteln erzielt werden. Dies bewirkt zusätzlich eine erhebliche Reduzierung der Rückbelastung.